Die Orgel der kath. Pfarrkirche Mariä Heimsuchung in Gauers (Goworowice)

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Prospekt der Orgel der kath. Pfarrkirche in Gauers

Erbauer: Firma Schlag & Söhne
Baujahr: 1903, Opus 654
Register: 12 / II+P
Tonumfang: Manuale: C-f3, Pedal: C-d1
Traktur: pneumatisch
Windladensystem: Kegelladen

Disposition:

Manual IManual IIPedalSpielhilfen
Bordun 16’
Principal 8’
Gamba 8’
Octave 4’
Progress. harmon. 2-3fach 2 2/3’ + 2’
Geigenprincipal 8’
Salicional 8’
Liebl. Gedackt 8’
Flaut Travers 4’
Subbass 16’
Violoncello 8’
Bassflöte 8’
Manualkoppel
Pedal-Koppel zu I
Pedal-Koppel zu II
Windprobe
Kalkant
Tutti

Geschichtlicher Abriss zur Kirche und zur Orgel

Die erste Erwähnung eines Sakralbaus in Gauers (Goworowice) datiert für das Jahr 1334. Es war dies nur eine kleine Kapelle, die im Laufe der Zeit erweitert wurde. Seit 1636 war die Pfarrei eine Filiale der Pfarrgemeinde in Lindenau (Lipniki). Seit dem 2. Juli 1902 war sie eine eigenständige Gemeinde. Der erste Pfarrer der selbständigen Gemeinde Gauers (Goworowice) war seit dem 1. Juli 1903 der am 20. März 1898 in Breslau geweihte Priester Urban Stephan (1873-1956). Nach dem zweiten Krieg verlor die Gemeinde ihre Selbständigkeit wieder und gehört seitdem zur Pfarrgemeinde St. Andreas in Kamnig (Kamiennik).


Kath. Pfarrkirche in Gauers

Das gegenwärtige Kirchengebäude entstand in den Jahren 1803 bis 1806. Das Kirchenschiff wurde verlängert und erhöht, die heute noch vorhandene gewölbte Decke eingezogen, die Sakristei verlegt und vergrößert und der Kirchturm erhöht. Auf Grund der ausgeführten Bauarbeiten konnte man fast von einem Neubau sprechen. Die Einweihung erfolgte 1806. Eine weitere Vergrößerung der Kirche erfolgte um 1850/60 durch den Anbau des Altarraumes und einer neuen Sakristei an der Südseite, den der Rittergutsbesitzer Anton Scholz finanziell unterstützte. Aus dieser Zeit stammt auch die jetzige Ausstattung des Gotteshauses. 1900/01 erfolgte der Anbau der Augustinus-Kapelle, die von Dr. August Zedler aus Satteldorf (Siemionka) gestiftet wurde. Im Jahre 1902 wurde die Kirche restauriert. Der Innenraum wurde von C.W. Kriegisch aus Ottmachau (Otmuchów) neu ausgemalt. In den Jahren 1906/1907 wurden die Turmmauern neu verputzt. 1910 erfolgte die Erhöhung des Kirchturms um drei Meter.


Kath. Pfarrkirche in Gauers

Ihre erste Erwähnung fand eine Orgel in der heutigen Pfarrkirche im Jahre 1821, als ein gewisser Johann Kuttler aus Weidenau das Angebot für eine 10-registrige Orgel unterbreitete. Die Abnahme dieses Instrumentes fand am 5. Februar 1823 statt. Diese Orgel dürfte nicht von bester Qualität gewesen sein, da bereits im Jahre 1902 aufgrund einer schlecht ausgefallenen Begutachtung der Orgel durch den Orgelbauer Carl Berschdorf aus Neisse die neuentstandene Pfarrgemeinde beschloss, dass eine neue Orgel gebaut werden müsse. Diesmal wurde das renommierte Orgelbauunternehmen Schlag & Söhne aus Schweidnitz (Swidnica) beauftragt, das im Jahre 1903 eine 12-registrige Orgel erbaute und dabei höchstwahrscheinlich Schmuckelemente des vorherigen Orgelschrankes verwendete.


Orgel der kath. Pfarrkirche in Gauers

Seit der Entstehung sind an der Orgel keine größeren Veränderungen vorgenommen worden. Der größte Eingriff erfolgte am 30. Juni 1930 durch den von der Firma Berschdorf in Neisse ausgeführten Einbau von Zinkpfeifen im Prospekt anstelle der ursprünglichen Zinnpfeifen, die im Januar 1917 für militärische Zwecke konfisziert wurden. Im Juni 1939 wurde die Orgel von der Firma Berschdorf einer gründlichen Reparatur unterzogen und im Rahmen dieser Arbeiten durch die Firma Hugo Scholz aus Münsterberg ein elektrisches Ventus-Gebläse eingebaut. Hersteller dieses Gebläses war die Firma Aug. Laukhuff aus Weikersheim. Anhand der Maschinen-Nr. 14446 konnte dort festgestellt werden, dass dieses Gerät am 16. Juli 1938 ausgeliefert wurde.


Spieltisch der Orgel der kath. Pfarrkirche in Gauers     Detail des Spieltisches der Orgel der kath. Pfarrkirche in Gauers

Quelle (Text und Bilder): Dr. Marek Fronc: Die Orgel der Firma Schlag & Söhne in der kath. Pfarrkirche Mariä Heimsuchung in Gauers (Goworowice), Goworowice 2014