Die Orgel der evang. Friedenskirche in Jauer

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Orgel der Friedenskirche in Jauer

Erbauer: Adolf Alexander Lummert, Breslau
Baujahr: 1855/1856
Register: 26 / II+P
Tonumfang: Manual: C-d3, Pedal: C-d1
Traktur: mechanisch
Windladensystem: Schleifladen
Technischer Zustand: Erster Restaurierungsabschnitt 2002 durch Fa. Eule (Bautzen)
und Fa. Adam Olejnik fertiggestellt: Hauptwerk (I. Manual) wieder spielbar.
Zweiter Abschnitt (Wiederherstellung des II. Manuals und des Pedals) in 2005 fertiggestellt.
Die Abnahmeprüfung und Einweihung fand am 10.09.2005 statt.
Weitere Informationen: www.euleorgelbau.de/jawor.htm

Disposition 1855/56 und nach Vollendung der Restauration:

Manual IManual IIPedal Spielhilfen
Principal 8'
Bourdon 16'
Gambe 8'
Gemshorn 8'
Doppelflöte 8'
Octav 4'
Doppelflöte 4'
Quinte 3'
Superoctave 2'
Cornet ab C 3fach
Mixtur 4fach
Trompete 8'
Principal 8'
Salicet 8'
Portunalflöte 8'
Octave 4'
Portunalflöte 4'
Nasad 3'
Superoctave 2'
Principal 16'
Untersatz 32'
Violon 16'
Subbaß 16' (seit 1899)
Octave 8'
Doppelflöte 8'
Posaune 16'
Trompete 8'
Calcant
Koppeln II / I, I / Ped
Sperrventile für HW, OW,Ped

Zur Geschichte:

Die erste Orgel der Friedenskirche stammt von dem Liegnitzer Orgelbauer J. Hoferichter (geb. 1593). Sie hatte 21 Stimmen und die volle Oktave ohne Cis und wurde am 16.2.1664 fertiggestellt. Das Werk wurde jedoch als recht stümperhaft bezeichnet, so daß schon 1709 Georg Adam Caspari mit einer fundamentalen Reparatur beauftragt wurde.

1737 mußte die Orgel erneut renoviert werden. Diese Arbeit versah der Breslauer Orgelbauer H. Walter. Zum 100jährigen Jubelfest der Friedenskirche (1755) wurde die Orgel wiederum repariert und gestimmt. Hierfür zeichnete der Orgelbauer G. Scholz, verm. Schweidnitz, verantwortlich.

1802 wird die Orgel abermals einer gründlichen Überholung unterzogen. Diese wird von dem ortsansässigen Orgelbauer J. G. Meinert, der aus einer bekannten Orgelbauerfamilie stammte, vorgenommen.

Anläßlich des 200jährigen Kirchenjubiläums (1855) wurde schließlich ein Orgelneubau beschlossen. Die Arbeit führte Adolf Alexander Lummert, Breslau, aus. Er baute eine Orgel mit 26 Stimmen (Hauptwerk 12, Oberwerk 7 und Pedal 7). Die Kosten beliefen sich auf nahezu 3000 Thlr. Die neue Orgel wurde am 24.2.1856 feierlich eingeweiht.

1899 renovierte die Orgelbaufirma Schlag (Schweidnitz) die Orgel und baute zudem ein drittes Manual ein.

Auf Veranlassung des Landeskonservators für Niederschlesien, G. Grundmann, wurde die Orgel 1937 restauriert.

Seit Ende des II. Weltkrieges war die Orgel nicht mehr spielbar, es wurden aber Versuche unternommen, das Hauptwerk (einziges Werk mit erhalten gebliebenen Windladen) wieder gangbar zu machen. Durch Plünderung und Vandalismus wurden die originalen Windladen vom Oberwerk und Pedal entwendet, außer den Hauptwerksanspielungen sämtliche pneumatische Tontrakturen und mechanische Registertrakturen entfernt und alle Metallpfeifen und ein Großteil des Holzpfeifenwerks ausgebaut. Die Balganlage ist im Originalzustand von Lummert und außer den Belederungen gut erhalten.