Die Orgel der evang. Kirche in Bad Warmbrunn (Cieplice)

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Orgel der evang. Kirche in Bad Warmbrunn

Erbauer: Gustav Heinze, Sorau, Opus 150
Baujahr: 1927
Register: 46 / III+P
Tonumfang: Manuale: C-g3, Pedal: C-f1
Traktur: pneumatisch
Windladensystem: Kegelladen
Gehäuse: Johann Gottlieb Meinert, 1777
Technischer Zustand: Von Oktober 2001 bis Mai 2002 restauriert durch Orgelbau Groß & Soldan, Waditz bei Bautzen
Mit der Rekonstruktion der fehlenden Trompete 8' und Posaune 16' wurde die Restaurierung im Jahr 2002 abgeschlossen.

Disposition 1999:

Manual IManual IIManual IIIPedal Spielhilfen
Principal 16'
Principal 8'
Viola da Gamba 8'
Viola d'amore 8'
Hohlföte 8'
Trompete 8'
Octave 4'
Flautgedackt 4'
Gemshornquinte 3'
Terz 1 3/5'
Mixtur 5fach
Cornett 3fach
Bordun 16'
Flötenprincipal 8'
Gemshorn 8'
Salicional 8'
Quintatön 8'
Flöte 8'
Krummhorn 8'
Octave 4'
Spitzflöte 4'
Piccolo 2'
Nassart 2 2/3'
Zimbel 3fach
Liebl. Gedackt 16'
Fugara 8'
Aeolina 8'
Vox coelestis 8'
Liebl. Gedackt 8'
Haut Bois 8'
Viola 4'
Querflöte 4'
Zartquinte 2 2/3'
Flageolett 2'
Septime 1 1/7'
Terz 1 3/5'
Zarte Mixtur 5fach
Untersatz 32'
Principalbass 16'
Violon 16'
Subbass 16'
Echobass 16'
Posaune 16'
Flautbass 8'
Octavbass 8'
Octave 4'
Pedalcornett 3fach
6 Normalkoppeln
Super III-III
Super III-II
Super III-I
Sub III-I
Generalkoppel
2 freie Kombinationen
4 feste Kombinationen
Rollschweller m. Anzeigeuhr
Jalousieschw. (III)
Tremulant (III)
Pedalumsch. für II und III
Kalkantenruf
Windprobe
diverse Absteller

Ergänzungen: Von den 45 klingenden Registern sind rund 20 im wesentlichen von 1858 oder 1777. In der Regel sind diese allerdings aufgrund der Tonumfangerweiterung und Stimmtonänderungen von 1858 und 1927 noch ergänzt worden. Im Manual II fehlt Octave 4'. Pedalcornett 3-fach ist 5 1/3' + 4' + 3 1/5'. Cornett im Manual I ist ein Kollektivzug aus Flautgedackt 4' + 2 2/3' + 13/5'. Zarte Mixtur im Manual III ist ein Kollektivzug aus Viola 4' + 2 2/3' + 2' + 1 3/5' + 1 1/7'. Echobass 16' ist eine Transmission aus Manual III. Septime 1 1/14' ist real natürlich 1 1/7', Flautgedackt 4' ist real nur 2'. Die Orgel besitzt als Hauptbalg einen zweifaltigen Parallelbalg mit 2 Keilschöpfbälgen zum Treten und einem Elektroventilator im Turmraum hinter der Orgel sowie mehrere einfaltige Parallelbälge als Regulatoren in der Orgel. Winddruck: 90mm WS.



Zur Geschichte:

Johann Gottlieb Meinert aus Lähn (1725-1812) erbaute die erste Orgel in der jetzigen Kirche im Jahre 1777. Sie besaß 37 Register auf zwei Manualen und Pedal, darunter ein Register zu 32' und fünf Register zu 16', sowie ein Glockenspiel. Die genaue Disposition ist nicht mehr nachweisbar, jedoch stammt das Gehäuse noch von dieser Orgel.

Christian Gottlob Schlag (1803-1889), Orgelbauer in Schweidnitz führte 1858 einen größeren Umbau und 1910 nochmals einen kleineren Umbau der Orgel aus. Die Register Quinte 3', Octave 2', Mixtur 5fach, Cornet 3fach aus dem I. Manual, sowie die Register Gemshorn 8' und Flaute 8' aus dem II. Manual wurden von ihm übernommen.

Da im Jahre 1927 »die vier Keilbälge, die Windladen und die Mechanik, sowie die Klaviaturen vollständig verschlissen waren«, wurde die Firma Gustav Heinze in Sorau mit einem neuerlichen Umbau beauftragt, der als Opus 150 der Firma ausgeführt wurde. Beim Neubau durch Heinze 1927 wurden neben dem Gehäuse auch ein Großteil der alten Register übernommen, vor allem im Pedal, wo sie nahezu das gesamte Pfeifenwerk ausmachen.

Die Restaurierung im Jahre 2002 umfaßte die technische Überholung der gesamten Spieltechnik sowie Ausbau, Reinigung und Überholung des Pfeifenwerks. Das Gebläse erhielt einen neuen Ventilator. Veränderungen an der Disposition wurden nicht vorgenommen.


Detail der Orgel der evang. Kirche in Bad Warmbrunn

Disposition von 1858:

Manual IManual IIPedalSpielhilfen
Principal 16'
Principal 8'
Gedackt 8'
Nachthorn 4'
Hohlföte 8'
Gemshorn 8'
Trompete 8'
Octave 4'
Quinte 3'
Octave 2'
Mixtur 5fach
Cornett 3fach
Bordun 16'
Principal 8'
Fugara 8'
Salicet 8'
Flaute 8'
Octave 2'
Oboe 8'
Octave 4'
Spitzflöte 4'
Untersatz 32'
Principalbass 16'
Violon 16'
Subbass 16'
Posaune 16'
Quinte 12'
Octavbass 8'
Flautbass 8'
Octavbass 4'
Manualkoppel
Pedalkoppel
4 Sperrventile
(I, II, Groß- und Kleinpedal)
Calcantenzug
Evacuant

Die Orgel besaß vier Bälge. Klaviaturumfänge: C-c''' im Manual und C-c' im Pedal. Vermutlich 1910 wurden die Register Gamba 8' (statt Nachthorn 4') und Aeoline 8' (statt Octave 2') eingebaut. Zu unbekanntem Zeitpunkt wurde Viola d'amore 8' im I. Manual durch Nachthorn 2' ersetzt.

Wir danken Herrn Jiri Kocourek, Dresden
für zahlreiche Hinweise zu Historie und aktuellem Zustand der Orgel